Maria Montessori

Unweit von Ancona erblickt Maria Montessori in dem kleinen Ort Chiaravalle am 31. August 1870 das Licht der Welt. Ihre Familie ist gebildet. Maria entdeckt bereits im Kindesalter ihre Liebe zur Naturwissenschaft. Als eine der ersten Frauen absolviert sie erfolgreich ein Medizinstudium in Rom. Bereits während ihres Studiums kommt die ehrgeizige Medizinerin in Berührung mit der damals gänzlich unterentwickelten Kinderpsychiatrie. Sie ist ein verwahrloster und trostloser Aufbewahrungsort für geistig behinderte Kinder.

Die junge Ärztin ist bestürzt und will etwas dagegen tun. Sie recherchiert und findet schließlich in den Büchern der Ärzte und Pädagogen Edouard Séquin und Jean Itard den richtigen Ansatz: Kinder mit geistigen Behinderungen bräuchten eine eigene Form der Pädagogik. Entschlossen setzt Maria sich für die Bedürfnisse der Kinder ein und verlangt den Aufbau besonderer Einrichtungen.

Ende des 19. Jahrhunderts beginnt die Forscherin mit ihren wichtigen Beobachtungen und Untersuchungen in der Psychiatrie. Aus ihren gewonnenen Erkenntnissen gestaltet Montessori erste Lehrmaterialien für den Mathematik- und Sprachunterricht. In dieser Zeit bringt sie auch ihren Sohn Mario zur Welt.

Als wegweisend erweist sich Montessoris Gründung des “Casa dei Bambini” im Januar 1907 im armen Arbeiterviertel San Lorenzo in Rom. Im Kinderhaus kümmern sich Betreuer um die mittellosen aber geistig gesunden Mädchen und Jungen. Mangels Alternativen und Geld überlässt die Philanthropin den Betreuern bereitwillig ihre erfundenen Hilfsmittel für geistig behinderte Kinder – mit durchschlagendem Erfolg. Schnell erzielen die Kinder aus der Unterschicht beachtliche Fortschritte. Völlig gebannt beobachtet Montessori in jenen Tagen im “Casa dei Bambini” ein dreijähriges Mädchen. Trotz des störenden Umfelds bleibt es unbeirrt und lässt sich von der Beschäftigung mit den so genannten Einsatzzylinderblöcken nicht ablenken.

Später beschreibt sie diesen hoch konzentrieren Moment als “Polarisation der Aufmerksamkeit”. In den folgenden 20 Jahren formuliert die Wissenschaftlerin aus den Untersuchungen ihre Montessori Methode.

1929 gründet die Wissenschaftlerin die “Association Montessori International (AMI)”. Maria möchte damit die Weiterführung ihrer Arbeit sicherstellen. Seit den frühen 50er Jahren ist die Zentrale der AMI in Amsterdam in den Niederlanden angesiedelt. Trotz des zunehmenden Alters folgt die Ärztin internationalen Einladungen verschiedener Gesellschaften und Interessengruppen (vor allem aus Indien) . In vielen Vorträgen und Schulungen lehrt die Reform-Pädagogin ihre Methode und kehrt erst 1949 nach Europa zurück.

Maria Montessori stirbt am 06. Mai 1952 in Noordwijk aan Zee in den Niederlanden. Ihr Sohn Mario führt das Werk seiner Mutter fort und steht der AMI bis zu seinem Tod 1982 vor.

Im Zentrum Maria Montessoris Reform-Pädagogik steht die Persönlichkeit des Kindes. Oberstes Ziel ist es jedes Kind anzunehmen als vollkommenes und gleichwertiges Lebewesen.